Psychische Gesundheit ist kein Luxusgut!
Unser Dasein wird durch unsere psychischen Abläufe bestimmt. Geraten sie aus dem Gleichgewicht, braucht der Mensch dringend Hilfe. Und hier fehlt es in Deutschland umfassend!
Psychische Versorgung am Anschlag
Wartezeiten auf einen Therapieplatz von teilweise über 9 Monaten oder mehr ist keine adäquate Behandlung mehr. Eine angeschlagene Psyche hat nicht soviel Zeit!
Fakten:
Man kann es überall nachlesen, wie groß die Lücken sind:
2023: 132 Mio. Fehltage wegen psychischer Erkrankungen – doppelt so viele wie 2002 (Welt). Durchschnittlich fehlen Betroffene 32–48 Tage pro Fall (Spiegel).
Doch wer Hilfe sucht, wartet: Ø mindestens 20 Wochen bis zum Start einer Psychotherapie, auf dem Land oft 7 oder mehr Monate (Psychotherapeutenkammer). Die Akutsprechstunde ist ein Tropfen auf den heißen Stein.
💰 Der volkswirtschaftliche Schaden: 17 Mrd. € direkte Kosten plus über 20 Mrd. € Verlust an Wertschöpfung (Süddeutsche).
💔 Seelische Auswirkungen der Warteschleife:
Monate des Wartens bedeuten für Betroffene: zunehmende Isolation, Angstverstärkung, Hoffnungslosigkeit. Es ist, als würde man einer Wunde beim Tieferreißen zusehen.
Jeder spürt es, wie wenig an Leistung, im Vergleich zum Bedarf, noch bei den Bedürftigen ankommt. Und die genannten Zahlen sind nur die statistisch erfassten. Was sich täglich zeigt: Der Bedarf ist weit größer als die Statistik darstellt.
Weitere Folgen: sich chronifizierende psychische Störungen, die immer schwieriger und damit langwieriger in der Behandlung werden.
Was seelische Gesundheit braucht:
Wir brauchen dringend mehr Therapieplätze und eine vom Gewinnstreben wieder losgelöste Versorgung. Kein Krankenhaus, keine Praxis und kein Therapeut können eine Versorgung, die den Bedürfnissen des Patienten entsprechen, auf Dauer gewinnbringend leisten. Der Mensch ist keine planbare Maschine, die mit der Einhaltung der Wartungsintervalle zuverlässig ihren Dienst tut.
Psychotherapeutische Versorgung ist kein Luxus!
– sie ist dringendstes Volksgut.
In diesem Zusammen auch ein Appell an die Kassen: Machen Sie das Rückerstattungsprinzip bei privat gezahlter Therapie möglich! Damit lässt sich zumindest ein wenig der Mangel ausgleichen. Was bei der Versorgung einer Fraktur selbstverständlich ist, sollte auch für die immer mehr belastete Psyche gelten! Das warten lassen kommt einer Therapie-Blockade gleich und kostet am Schluss noch viel mehr! Eine Dauer-Krankschreibung wird über das Krankengeld erheblich teurer, als ein paar Therapiestunden. Das ist einfachste Mathematik. Jeden Euro, den sich die Kasse durch ein Ablehnung einer Therapie spart, weil der Therapeut halt nicht bei der Kasse ‚eingeschrieben‘ ist, kostet durch die Folgen am Ende Mehrfaches.